Carsten Narayan Avtar Singh

CJ_1a

 

Mit jetzt mittlerweile mehrjähriger Yoga-Erfahrung kann ich behaupten, dass Yoga meine Rettungsinsel war und immer noch ist. Ich fühlte mich alleingelassen und verloren in unserer für mich viel zu schnell drehenden Welt. Wie die meisten Männer arbeitete ich um mein Leben zu finanzieren, um mir mehr anschaffen zu können, um das Neuste zu haben, einfach um dem gerecht zu werden was unsere Gesellschaft und das System von uns verlangt. Immer mehr arbeiten um immer mehr zu besitzen. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl dadurch glücklicher mit meinen Anschaffungen zu sein. Konsum als Glück und Liebesersatz? Ich war gefangen in einem Teufelskreis. Arbeiten, Konsumieren, weiter Arbeiten, mehr Anschaffen, noch mehr Arbeiten um mir noch größere und teurere Anschaffen leisten zu können. Ein Teufelskreis. Ich spürte mich nicht mehr. Beziehungen litten darunter. Worin besteht der Sinn an diesem Leben, wo war die Liebe?

Als Yoga zu mir kam reduzierte sich meine Welt auf mein Inneres. Mir wurde klar, dass ich selbst der Schlüssel zum vollkommenden Glück bin. In der ersten Kundalini-Yoga Stunde machte ich irgendwelche Bewegungen, lernte bewusst wieder richtig zu atmen. Und schon nach den ersten 90 Minuten spürte ich eine Veränderung in mir. Ich kann nicht sagen was passierte aber ich war ruhig und zufrieden. Es ging mir gut. Und so ging ich Woche für Woche zu meinem Yogaunterricht und bewegte mich zu unterschiedlichen Übungsreihen. Ich chantete Mantras. Eine Musik mit einem Klang und einer Sprache die mir absolut fremd war. Die ich zuvor noch nie gehört hatte, mir aber irgendwie gefiel, mich entspannte und eine beruhigende Wirkung auf mich hatte. Ich fand immer mehr wonach ich mich jahrelang gesehnt hatte. Mir wurde bewusst, dass der Schlüssel von Liebe, Glück und Zufriedenheit nicht mit Konsum, Arbeit und Geld in Zusammenhang steht, sondern tief in mir, in meinem Innersten verborgen liegt. Ich praktizierte täglich eine Übungsreihe. Fürs Herz, für den Rücken, zur Entgiftung, für den Atem, fürs innere Kind, zur Beruhigung der Nerven usw. Das Leben um mich herum veränderte sich positiv. Heute weiß ich, dass nicht das Leben sich verändert hat. Ich war es der anders funktionierte, anders wahrnahm, anders am Leben teilnahm. Ein Zustand von Zufriedenheit breitete sich immer mehr in mir aus. Der Druck der Gesellschaft wich immer mehr von mir ab. Ich war innerlich so frei, dass ich mein Auto mit Blumenaufklebern verschönerte. Ich genoss im strömenden Regen Fahrrad zu fahren und spazieren zu gehen und erlebte wunderbare, vergessene Gefühle die ich zuletzt als Kind erlebt hatte. Von Tag zu Tag wurde ich dankbarer, Teil dieser wunderbaren Welt zu sein.

Inzwischen hatte ich mit der Yoga-Lehrer-Ausbildung angefangen. Ich wollte nicht unterrichten. Ich wollte lediglich genauer wissen warum mich diese wenigen Minuten Praxis am Tag so beflügeln konnten und was überhaupt in meinem Körper passierte. Ich lernte so vieles Neues kennen. Es würde den Rahmen sprengen alles zu erklären.

Schließlich habe ich dann doch angefangen zu unterrichten. Denn ich möchte die Erfahrungen die ich gemacht habe und täglich mache gerne an andere Menschen weitergeben. Ich möchte lehren, dass wir mit Körperübungen, Atemtechniken, mit Klangfolgen und unserer Ernährung die Chemie unseres Körpers so verändern können, dass wir ein ausgeglicheneres, angstfreieres, schmerzfreieres und glücklicheres Leben führen können.

Ich möchte meine Erfahrung weitergeben, dass das Glück in jedem von uns steckt.

Carsten Narayan Avtar Singh Jahnke